Wozu ein Wohnungsübergabeprotokoll dient
Das Wohnungsübergabeprotokoll hält den Zustand einer Wohnung zu einem bestimmten Zeitpunkt fest: beim Einzug, damit klar ist, was der neue Mieter übernimmt, und beim Auszug, damit klar ist, in welchem Zustand er die Wohnung zurückgibt. Beide Protokolle zusammen sind die Grundlage für jede spätere Frage nach Schäden, Schönheitsreparaturen und der Kaution.
Für Vermieter und Hausverwaltungen ist das Protokoll außerdem das Arbeitsdokument für den Mieterwechsel. Aus den festgehaltenen Mängeln ergibt sich, was vor dem nächsten Einzug zu tun ist: Malerarbeiten, kleine Reparaturen, Reinigung. Je genauer das Protokoll, desto schneller lässt sich die Leerwohnungssanierung beauftragen und desto kürzer bleibt die Wohnung leer.
Ein Protokoll ist kein Formular, das man nebenbei ausfüllt. Es lohnt sich, die Übergabe bei Tageslicht zu machen, genug Zeit einzuplanen und jeden Raum in derselben Reihenfolge durchzugehen. Die folgende Checkliste ist so aufgebaut, dass Sie sie ausdrucken oder abschreiben und Punkt für Punkt abhaken können.
Kopfdaten: Wer, wann, welche Wohnung
Ganz oben gehören die Angaben, ohne die ein Protokoll später wenig wert ist. Sie sollten so vollständig sein, dass auch ein Dritter die Wohnung und die Beteiligten eindeutig zuordnen kann.
- ■Anschrift, Etage, Lage der Wohnung (z. B. Vorderhaus, 3. OG links), Wohnungsnummer
- ■Name des Vermieters oder der Hausverwaltung, Name des Vertreters bei der Übergabe
- ■Name aller Mieter, neue Anschrift des ausziehenden Mieters
- ■Datum und Uhrzeit der Übergabe
- ■Art der Übergabe: Einzug oder Auszug
- ■Anwesende Personen, gegebenenfalls Zeugen
- ■Hinweis auf beigefügte Fotos mit Anzahl und Aufnahmedatum
Zählerstände: Strom, Gas, Wasser, Heizung
Die Zählerstände sind der Teil des Protokolls, der am häufigsten fehlt oder falsch ist. Notieren Sie jeden Zähler mit Zählernummer, nicht nur mit Stand, und fotografieren Sie ihn so, dass Nummer und Stand gleichzeitig lesbar sind. Heizkostenverteiler und Wasserzähler in der Wohnung gehören ebenso dazu wie Strom- und Gaszähler im Keller.
| Zähler | Zählernummer | Stand | Foto |
|---|
| Strom | ____________ | ____________ | ☐ |
| Gas | ____________ | ____________ | ☐ |
| Kaltwasser Küche | ____________ | ____________ | ☐ |
| Kaltwasser Bad | ____________ | ____________ | ☐ |
| Warmwasser Küche | ____________ | ____________ | ☐ |
| Warmwasser Bad | ____________ | ____________ | ☐ |
| Heizkostenverteiler je Heizkörper | ____________ | ____________ | ☐ |
Schlüssel: Anzahl, Art und Übergabe
Fehlende Schlüssel können teuer werden, wenn eine Schließanlage betroffen ist. Zählen Sie jeden Schlüssel und notieren Sie die Art. Bei Schließanlagen ist die Schlüsselnummer hilfreich. Halten Sie auch fest, ob der Mieter Schlüssel nachmachen ließ.
| Schlüssel | Anzahl übergeben | Anzahl laut Mietvertrag | Bemerkung |
|---|
| Wohnungstür | ______ | ______ | ____________ |
| Haustür | ______ | ______ | ____________ |
| Hoftür / Hinterhaus | ______ | ______ | ____________ |
| Briefkasten | ______ | ______ | ____________ |
| Keller / Dachboden | ______ | ______ | ____________ |
| Fahrradraum / Garage | ______ | ______ | ____________ |
| Transponder / Chip | ______ | ______ | ____________ |
Checkliste Raum für Raum
Gehen Sie jeden Raum in derselben Reihenfolge durch: Boden, Wände, Decke, Fenster, Türen, Heizkörper, Elektro, Einbauten. Notieren Sie zu jedem Punkt den Zustand und, wenn ein Mangel vorliegt, eine kurze, sachliche Beschreibung mit Ort und Größe. „Kratzer im Parkett“ hilft später wenig, „Kratzer im Parkett, ca. 30 cm, vor dem Fenster rechts“ dagegen sehr.
Die folgende Liste gilt für jeden Wohnraum. Für Küche und Bad folgen eigene Abschnitte, weil dort mehr Einbauten und Anschlüsse zu prüfen sind.
- ■Boden: Belag, Kratzer, Dellen, Flecken, lose Leisten
- ■Wände: Farbe, Tapete, Dübellöcher, Risse, Flecken, Schimmelspuren
- ■Decke: Farbe, Risse, Wasserflecken
- ■Fenster: Glas, Rahmen, Dichtungen, Griffe, Rollläden, Fensterbänke
- ■Türen: Blatt, Zarge, Klinke, Schloss, Schließen ohne Klemmen
- ■Heizkörper: Ventil, Thermostatkopf, Lack, Dichtheit
- ■Elektro: Steckdosen, Schalter, Deckenauslässe, Abdeckungen
- ■Einbauten: Einbauschränke, Leuchten des Vermieters, Rauchwarnmelder
| Raum | Boden | Wände | Decke | Fenster | Türen | Heizung | Elektro | Bemerkung |
|---|
| Flur | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ____________ |
| Wohnzimmer | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ____________ |
| Schlafzimmer | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ____________ |
| Kinderzimmer / Arbeitszimmer | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ____________ |
| Abstellraum | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ____________ |
| Balkon / Loggia | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ☐ | ____________ |
Küche: Einbauküche, Geräte und Anschlüsse
In der Küche entstehen die meisten Streitfragen, weil hier viele Teile dem Vermieter gehören können: Einbauküche, Herd, Spüle, Dunstabzug. Halten Sie fest, welche Teile mitvermietet sind, und prüfen Sie jedes Gerät auf Funktion. Achten Sie auf Wasserschäden unter der Spüle und auf Schnitte oder Brandstellen in der Arbeitsplatte.
- ■Einbauküche: Fronten, Scharniere, Schubladen, Korpus innen
- ■Arbeitsplatte: Schnitte, Brandstellen, aufgequollene Kanten
- ■Spüle und Armatur: Dichtheit, Kalk, Siphon, Eckventile
- ■Herd und Backofen: Funktion, Kochfeld, Glas, Bleche
- ■Kühlschrank und Geschirrspüler, soweit mitvermietet: Funktion, Dichtungen
- ■Dunstabzug: Filter, Beleuchtung, Gebläse
- ■Fliesenspiegel: Bohrlöcher, Sprünge, Fugen
Bad und WC: Sanitär, Fugen, Lüftung
Im Bad sind Silikonfugen, Fliesen und Armaturen die typischen Punkte. Prüfen Sie, ob Wasser abläuft, ob Armaturen tropfen und ob die Lüftung funktioniert. Verfärbte oder schimmelige Silikonfugen sind ein häufiger Befund und werden bei der Leerwohnungssanierung in der Regel erneuert.
- ■Waschbecken, Armatur, Abfluss, Spiegel, Ablagen
- ■Badewanne oder Dusche: Emaille, Duschtrennwand, Abfluss
- ■WC: Spülung, Sitz, Befestigung
- ■Fliesen und Fugen: Sprünge, Bohrlöcher, Silikon
- ■Lüftung: Fenster oder Ventilator, Funktion
- ■Handtuchheizkörper, Spiegelleuchte, Steckdose
Keller, Dachboden, Nebenräume
Kellerabteile und Dachbodenverschläge werden oft vergessen. Prüfen Sie, ob sie geräumt sind, ob das Schloss vorhanden ist und ob Gegenstände zurückgelassen wurden. Zurückgelassene Gegenstände sollten mit Foto dokumentiert und ihr Umgang schriftlich vereinbart werden.
Fotos richtig machen
Fotos ergänzen das Protokoll, sie ersetzen es nicht. Ein gutes Foto zeigt den Mangel und seine Lage im Raum. Machen Sie deshalb immer zwei Bilder: eine Übersicht des Raums aus der Tür und eine Nahaufnahme des Mangels mit einem Gegenstand zum Größenvergleich.
Achten Sie darauf, dass Datum und Uhrzeit im Foto oder in den Bilddaten erhalten bleiben. Nummerieren Sie die Fotos und verweisen Sie im Protokoll auf die Nummern. Bei unserer Wohnungsübergabe fotografieren wir jeden Raum vorher und nachher mit Datum und Uhrzeit; die Fotos gehören zum Protokoll.
- ■Jeder Raum: Übersicht aus der Tür, alle vier Wände
- ■Jeder Mangel: Nahaufnahme mit Größenvergleich
- ■Jeder Zähler: Nummer und Stand gleichzeitig lesbar
- ■Datum und Uhrzeit erhalten, Fotos nummerieren
- ■Im Protokoll auf die Fotonummern verweisen
Mängel beschreiben: sachlich, genau, ohne Wertung
Die Beschreibung eines Mangels sollte so genau sein, dass ein Handwerker danach ein Angebot machen kann, und so sachlich, dass niemand sie als Vorwurf liest. Beschreiben Sie, was zu sehen ist, nicht, wer es verursacht hat. Ob ein Mangel normale Abnutzung ist oder ein Schaden, den der Mieter zu vertreten hat, ist eine rechtliche Frage, die das Protokoll nicht entscheiden muss.
Eine bewährte Form ist: Gegenstand, Mangel, Lage, Größe. Zum Beispiel „Wand Schlafzimmer, Dübellöcher, 6 Stück, über dem Bett“ oder „Badtür, Lack abgeplatzt, Unterkante, ca. 10 cm“. Wenn sich Mieter und Vermieter über einen Punkt nicht einig sind, wird das im Protokoll vermerkt, statt den Punkt wegzulassen.
Schönheitsreparaturen und Kaution: was das Protokoll leisten kann
Ob ein Mieter beim Auszug streichen muss, hängt vom Mietvertrag und von der Rechtsprechung zu Schönheitsreparaturklauseln ab, die sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert hat. Das Protokoll entscheidet diese Frage nicht. Es liefert aber die Tatsachen, auf die es ankommt: den Zustand von Wänden, Decken, Türen und Heizkörpern beim Einzug und beim Auszug.
Ähnlich ist es mit der Kaution. Ob und in welcher Höhe sie einbehalten werden darf, ist eine rechtliche Frage. Ein vollständiges Protokoll mit Fotos macht die Klärung schneller und sachlicher. Für die Bewertung im Einzelfall wenden Sie sich bitte an Ihre Rechtsberatung oder Ihren Verband; dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.
Abschluss: Unterschriften und Kopien
Ein Protokoll ist erst vollständig, wenn alle Beteiligten unterschrieben haben und jeder eine Kopie bekommt. Vermerken Sie Ort, Datum und Uhrzeit der Unterschrift und die Zahl der Anlagen, also Fotos und gegebenenfalls Zusatzblätter.
- ■Unterschrift Vermieter oder Vertreter der Hausverwaltung
- ■Unterschrift aller Mieter
- ■Anzahl der Anlagen (Fotos, Zusatzblätter)
- ■Je eine Kopie für jede Partei
- ■Neue Anschrift des ausziehenden Mieters für Rückfragen
Nach dem Protokoll: die Wohnung übergabefertig machen
Mit dem Auszugsprotokoll beginnt für Vermieter und Hausverwaltung der eigentliche Mieterwechsel. Jeder Tag, an dem die Wohnung leer steht, kostet Miete. Deshalb lohnt es sich, die Leerwohnungssanierung direkt nach der Übergabe zu beauftragen.
Bei der Leerwohnungssanierung machen wir eine frei werdende Wohnung in fünf Werktagen übergabefertig, wenn die Arbeiten malermäßig sind: Wände und Decken streichen, Silikonfugen erneuern, kleine Reparaturen, Endreinigung, Fotos vorher und nachher. Grundlage ist Ihr Auszugsprotokoll. Für eine 2-Zimmer-Wohnung bis etwa 55 Quadratmeter beginnt die Wohnungsrenovierung bei 1.008 Euro netto, Malerarbeiten an Wänden und Decken ab 11,80 Euro netto pro Quadratmeter. Im Rahmenvertrag gilt ein Festpreis pro Wohnung.
Die Wohnungsübergabe selbst übernehmen wir ab 68 Euro netto pro Übergabe: Termin mit dem Mieter, Begehung, Protokoll nach dieser Checkliste, Fotos mit Datum und Uhrzeit, Zählerstände, Schlüsselübernahme. Das Protokoll geht noch am selben Tag an die Verwaltung.
Die Wohnungsübergabe vorbereiten
Eine gute Übergabe beginnt einige Tage vorher. Vereinbaren Sie den Termin schriftlich, möglichst bei Tageslicht, und planen Sie für eine 2-Zimmer-Wohnung mindestens 45 Minuten ein, für größere Wohnungen entsprechend mehr. Bitten Sie den ausziehenden Mieter, alle Schlüssel mitzubringen und die Wohnung geräumt zu übergeben, auch Keller und Dachboden.
Nehmen Sie das Einzugsprotokoll mit. Nur im Vergleich mit dem Zustand beim Einzug lässt sich beurteilen, was sich verändert hat. Halten Sie außerdem eine Taschenlampe, einen Zollstock, das Smartphone mit ausreichend Speicher und Akku und mehrere Exemplare der Checkliste bereit. Wenn Strom in der Wohnung bereits abgemeldet ist, brauchen Sie die Taschenlampe für Keller und Zählerschrank.
- ■Termin schriftlich vereinbaren, bei Tageslicht
- ■Einzugsprotokoll und Mietvertrag mitnehmen
- ■Checkliste in mehreren Exemplaren ausgedruckt
- ■Taschenlampe, Zollstock, Smartphone mit vollem Akku
- ■Mieter bitten: alle Schlüssel, geräumte Wohnung, Keller und Dachboden
- ■Neue Anschrift des Mieters erfragen
Einzugsprotokoll und Auszugsprotokoll im Vergleich
Das Einzugsprotokoll und das Auszugsprotokoll folgen derselben Checkliste, haben aber verschiedene Zwecke. Beim Einzug geht es darum, vorhandene Mängel festzuhalten, damit sie später nicht dem neuen Mieter zugerechnet werden. Beim Auszug geht es um den Vergleich: Was hat sich zwischen Einzug und Auszug verändert?
Deshalb lohnt es sich, beide Protokolle gleich aufzubauen. Wenn Raum, Reihenfolge und Begriffe übereinstimmen, lässt sich jeder Punkt direkt vergleichen. Viele Verwaltungen nutzen dieselbe Vorlage für beide Termine und kreuzen nur an, um welche Art der Übergabe es sich handelt.
| Punkt | Einzugsprotokoll | Auszugsprotokoll |
|---|
| Zweck | Vorhandene Mängel festhalten | Veränderungen seit Einzug feststellen |
| Zählerstände | Beginn der Verbrauchsabrechnung | Ende der Verbrauchsabrechnung |
| Schlüssel | Übergabe an den Mieter | Rückgabe an den Vermieter |
| Fotos | Zustand bei Mietbeginn | Zustand bei Mietende, Vergleich |
| Folge | Mietbeginn | Kaution, Mieterwechsel, Sanierung |
Vorlage zum Abschreiben: Mängelliste
Für jeden festgestellten Mangel eine Zeile. So entsteht aus dem Protokoll direkt die Arbeitsliste für den Mieterwechsel. Die Spalte „Maßnahme“ füllt die Verwaltung später aus, etwa mit Malerarbeiten, Reparatur oder Reinigung.
| Nr. | Raum | Gegenstand | Mangel | Lage und Größe | Foto-Nr. | Maßnahme |
|---|
| 1 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
| 2 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
| 3 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
| 4 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
| 5 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
| 6 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
| 7 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
| 8 | ________ | ________ | ________ | ________ | ____ | ________ |
Rauchwarnmelder, Elektrik und Sicherheit
In Berlin gilt die Pflicht zu Rauchwarnmeldern in Wohnungen. Prüfen Sie bei der Übergabe, ob in allen vorgeschriebenen Räumen Melder vorhanden sind, ob sie fest montiert sind und ob sie auf den Prüfknopf reagieren. Notieren Sie fehlende oder beschädigte Melder im Protokoll.
Bei der Elektrik achten Sie auf lose oder beschädigte Steckdosen und Schalter, fehlende Abdeckungen und offene Deckenauslässe. Wenn der Mieter Leuchten demontiert hat, sollten die Anschlüsse mit Klemmen gesichert sein. Auch der Sicherungskasten gehört zur Prüfung: Sind alle Sicherungen beschriftet und eingeschaltet? Elektrische Arbeiten, die über das Sichern und Abdecken hinausgehen, gehören in die Hände eines Elektrofachbetriebs.
- ■Rauchwarnmelder: vorhanden, fest montiert, Prüfknopf
- ■Steckdosen und Schalter: fest, Abdeckungen vollständig
- ■Deckenauslässe: Klemmen gesichert, keine offenen Adern
- ■Sicherungskasten: beschriftet, alle Sicherungen eingeschaltet
- ■Heizkörperventile und Thermostatköpfe vollständig
Typische Streitpunkte und wie das Protokoll hilft
Die meisten Meinungsverschiedenheiten nach einem Auszug drehen sich um wenige Punkte: Dübellöcher, Wandfarbe, Bodenschäden, Silikonfugen, fehlende Schlüssel und Zählerstände. In allen Fällen hilft das Protokoll nicht, weil es entscheidet, sondern weil es die Tatsachen festhält, über die man dann spricht.
Dübellöcher in üblicher Zahl gelten häufig als normale Abnutzung, viele große Bohrungen im Fliesenspiegel werden oft anders beurteilt. Farbige Wände, Raufaser mit Löchern, Nikotinverfärbungen, Kratzer im Parkett und Wasserflecken unter der Spüle sind weitere Klassiker. Wie diese Punkte rechtlich einzuordnen sind, hängt vom Einzelfall ab. Das Protokoll sorgt dafür, dass Ort, Umfang und Zustand eindeutig sind.
Sinnvoll ist auch, im Protokoll zu notieren, was der Mieter selbst noch erledigen möchte, etwa ein Loch verspachteln oder eine Lampe montieren, und bis wann. Ein zweiter kurzer Termin klärt dann, ob es erledigt ist.
Wohnungsübergabe im Berliner Altbau und Neubau
Im Berliner Gründerzeit-Altbau sind Dielenböden, Kastendoppelfenster, alte Türen mit Kassetten und Kachelöfen oder ihre Reste typisch. Diese Bauteile haben einen eigenen Zustand, den man genau beschreiben sollte: Dielen mit Fugen und Abnutzung, Fensterflügel, die klemmen, Türen mit mehreren Farbschichten. Viele dieser Spuren sind alters- und nicht nutzungsbedingt, und das Einzugsprotokoll ist hier besonders wichtig.
In Plattenbauten und Neubauten stehen andere Punkte im Vordergrund: Laminat oder Vinyl, Kunststofffenster, Bäder mit Fliesen bis zur Decke, Einbauküchen. Hier sind Kratzer im Boden, Bohrlöcher in Fliesen und der Zustand der Küche die häufigsten Befunde.
Für die Leerwohnungssanierung bedeutet das: Im Altbau planen wir mehr Zeit für Wand- und Lackarbeiten ein, im Neubau eher für Bad, Küche und Böden. Grundlage ist in beiden Fällen Ihr Auszugsprotokoll.
Papier oder digital: welches Protokoll ist besser?
Beide Formen sind möglich. Ein ausgedrucktes Protokoll lässt sich vor Ort sofort unterschreiben und jeder Partei in Kopie mitgeben. Ein digitales Protokoll auf dem Tablet verbindet Fotos direkt mit den einzelnen Punkten und lässt sich ohne Abschreiben weiterverarbeiten.
Entscheidend ist nicht die Form, sondern die Vollständigkeit: alle Kopfdaten, alle Zähler, alle Schlüssel, alle Räume, Fotos mit Verweis und Unterschriften. Wer digital arbeitet, sollte darauf achten, dass alle Parteien eine Kopie im üblichen Format bekommen und die Unterschriften eindeutig zugeordnet sind.
Checkliste in Kurzfassung
Für die Hosentasche: die wichtigsten Punkte in der Reihenfolge, in der Sie sie abarbeiten.
- ■Kopfdaten: Anschrift, Lage, Beteiligte, Datum, Uhrzeit, Art der Übergabe
- ■Zähler: Strom, Gas, Wasser, Heizkostenverteiler mit Nummer, Stand, Foto
- ■Schlüssel: jede Art gezählt und mit dem Mietvertrag abgeglichen
- ■Jeder Raum: Boden, Wände, Decke, Fenster, Türen, Heizung, Elektro
- ■Küche: Einbauten, Geräte, Spüle, Arbeitsplatte, Fliesenspiegel
- ■Bad: Sanitär, Armaturen, Fliesen, Fugen, Lüftung
- ■Keller und Dachboden: geräumt, Schloss vorhanden
- ■Rauchwarnmelder geprüft
- ■Mängelliste mit Lage, Größe, Fotonummer
- ■Unterschriften, Anlagen, Kopien, neue Anschrift
Wände, Decken, Lack: den Zustand für Malerarbeiten beschreiben
Für die Planung der Malerarbeiten nach dem Auszug ist die Beschreibung der Wände und Decken der wichtigste Teil des Protokolls. Halten Sie fest, welche Wandbeschichtung vorhanden ist, also Raufaser, Glattputz, Vlies oder Altbauputz, in welcher Farbe die Wände gestrichen sind und ob es Flecken, Risse, Nikotin- oder Wasserverfärbungen gibt. Notieren Sie Zahl und Größe der Dübellöcher pro Wand.
Bei Türen, Zargen, Heizkörpern und Fensterbänken geht es um den Lack: Ist er abgeplatzt, verkratzt, vergilbt? Im Berliner Altbau haben Türen oft viele Farbschichten, die an Kanten abplatzen. Diese Angaben helfen bei der Kalkulation der Malerarbeiten erheblich. Mit einer genauen Beschreibung nennen wir für die Leerwohnungssanierung schneller einen Festpreis, Malerarbeiten an Wänden und Decken ab 11,80 Euro netto pro Quadratmeter.
| Raum | Wandbeschichtung | Farbe | Dübellöcher | Flecken, Risse | Lack Türen, Heizkörper |
|---|
| Flur | ________ | ________ | ____ | ________ | ________ |
| Wohnzimmer | ________ | ________ | ____ | ________ | ________ |
| Schlafzimmer | ________ | ________ | ____ | ________ | ________ |
| Kinderzimmer / Arbeitszimmer | ________ | ________ | ____ | ________ | ________ |
| Küche | ________ | ________ | ____ | ________ | ________ |
| Bad | ________ | ________ | ____ | ________ | ________ |
Einbauküche des Vermieters: Zustand und Austausch
Gehört die Einbauküche zur Wohnung, ist ihr Zustand ein eigener Teil des Protokolls. Notieren Sie Hersteller und ungefähres Alter, falls bekannt, den Zustand jeder Front und der Arbeitsplatte, die Funktion jedes Geräts und eventuelle Wasserschäden im Unterschrank. Fotografieren Sie die Küche als Ganzes und jeden Schaden einzeln.
Ist die Küche am Ende ihrer Nutzungsdauer, ist der Mieterwechsel der beste Zeitpunkt für einen Austausch, weil die Wohnung ohnehin leer steht. Wir übernehmen Abbau, Montage der neuen Küche mit Anschluss der Geräte und die Endreinigung im selben Ablauf wie die Leerwohnungssanierung. Die Küchenmontage beginnt bei 503 Euro netto.
Wer die Übergabe macht: Vermieter, Verwaltung oder Dienstleister
Viele Vermieter machen die Übergabe selbst, Hausverwaltungen schicken eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter. Bei vielen Mieterwechseln im Jahr wird das zur Zeitfrage: Jede Übergabe kostet mit Anfahrt und Nacharbeit leicht zwei Stunden. Dazu kommen Termine am Abend oder am Wochenende, weil Mieter tagsüber arbeiten.
Ein Dienstleister kann die Übergabe nach Ihrer Vorlage übernehmen, mit Fotos, Zählerständen und Schlüsselübernahme. Die Entscheidung über Kaution und Ansprüche bleibt bei Ihnen. Der Vorteil: Das Protokoll ist nach immer derselben Checkliste aufgebaut, und der nächste Schritt, die Leerwohnungssanierung, kann direkt danach beginnen.
Die ersten 48 Stunden nach dem Auszug
Was in den ersten zwei Tagen nach der Übergabe passiert, entscheidet oft darüber, wie lange eine Wohnung leer steht. Senden Sie das Protokoll mit Fotos an alle Beteiligten, melden Sie die Zählerstände an die Versorger und an den Abrechnungsdienst für Heizung und Wasser und legen Sie fest, welche Arbeiten vor dem nächsten Einzug nötig sind.
Aus der Mängelliste entsteht die Arbeitsliste: Malerarbeiten an Wänden und Decken, Lackarbeiten an Türen und Heizkörpern, neue Silikonfugen im Bad, kleine Reparaturen an Steckdosen, Türen und Fenstern, Endreinigung. Wenn diese Liste direkt nach der Übergabe an einen Dienstleister geht, kann die Sanierung am nächsten Werktag beginnen.
Bei uns läuft es so: Sie senden uns das Protokoll oder lassen die Übergabe von uns machen, wir nennen einen Festpreis für die Arbeiten und beginnen nach Ihrer Freigabe. Malermäßige Leerwohnungssanierungen sind in fünf Werktagen übergabefertig, mit Fotos vorher und nachher. Die Rechnung kommt nach Abschluss, zahlbar innerhalb von 14 Tagen.
- ■Protokoll mit Fotos an alle Beteiligten senden
- ■Zählerstände an Versorger und Abrechnungsdienst melden
- ■Arbeitsliste aus der Mängelliste erstellen
- ■Festpreis für die Sanierung einholen und freigeben
- ■Termin für den nächsten Einzug planen
Was eine Übergabe und der Mieterwechsel kosten
Die Wohnungsübergabe mit Protokoll beginnt bei uns bei 68 Euro netto. Darin enthalten sind Termin mit dem Mieter, Begehung nach dieser Checkliste, Fotos mit Datum und Uhrzeit, Zählerstände und Schlüsselübernahme. Das Protokoll geht noch am selben Tag an Sie.
Die Kosten der anschließenden Sanierung hängen vom Zustand ab. Für eine 2-Zimmer-Wohnung bis etwa 55 Quadratmeter beginnt die malermäßige Wohnungsrenovierung bei 1.008 Euro netto. Einzelne Malerarbeiten rechnen wir ab 11,80 Euro netto pro Quadratmeter ab, Kleinreparaturen ab 37 Euro pro Stunde zuzüglich Material. Im Rahmenvertrag für Verwaltungen und Vermieter mit mehreren Wohnungen gilt ein Festpreis pro Wohnung.
Balkon, Loggia und Außenbereiche
Balkone und Loggien werden bei Übergaben oft nur kurz angesehen, obwohl sie typische Befunde haben: Bohrlöcher für Markisen oder Sichtschutz, verfärbte Fliesen unter Pflanzkübeln, verstopfte Abläufe, Rost an Geländern und Reste von Blumenkästen. Prüfen Sie den Ablauf, den Belag, das Geländer und die Wand, und fotografieren Sie Befestigungen, die der Mieter angebracht hat.
Gehört zur Wohnung ein Gartenanteil oder ein Stellplatz, nehmen Sie auch diesen ins Protokoll auf: Zustand von Rasen und Beeten, zurückgelassene Gegenstände, Schäden an Zaun oder Pflaster. Bei Stellplätzen in einer Tiefgarage gehört der Handsender oder Transponder zur Schlüsselliste.
- ■Ablauf frei, Belag ohne Schäden
- ■Geländer fest, ohne Rost
- ■Bohrlöcher für Markise oder Sichtschutz
- ■Gartenanteil, Stellplatz, Handsender